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Auf Schloss Herzberg wird kräftig saniert

Die Restauratoren werden noch einige Jahre Arbeit haben.

Herzberg. (23.11.2017) Die hölzerne Engelfigur sieht gut aus. Zwar sind die Farben etwas verwittert, aber ansonsten ist sie scheinbar gut erhalten. Scheinbar, denn wenn man die Figur umdreht, zeigt sich, wie vermodert IMG_4050.JPGund verrottet das Holz ist. Und so sieht es bei fast jeder der Holzfiguren aus, die den Uhrenturm des Herzberger Welfenschlosses schmückten.
Das Land Niedersachsen hat Anfang des Jahres 2017 rund 7,5 Millionen Euro für die Sanierung des Schlosses zur Verfügung gestellt, in diesem Jahr fließen 3,5 Millionen und 2018 die restlichen vier Millionen. Zudem hat das Land 20 Millionen Euro für die weiteren Baumaßnahmen avisiert.

Marstall-Flügel völlig desolat
Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Herzberg informierten sich Mitte November über den Fortschritt der Bauarbeiten. Manfred Kirchner vom Schloss-Förderverein Herzberg und Anke Westpfahl und IMG_4035.JPGAndreas Birner-Brandhoff vom Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen gaben einen Überblick sowohl über die historische Bedeutung des Schlosses als auch über den Stand der Sanierungsmaßnahmen.
Besonders schlimm sei der Zustand des sogenannten Marstall-Flügels, so Andreas Birner-Brandhoff, da die Räume seit mindestens 20 Jahren leergestanden hätten. Die Wände hätten sich nach außen gedrückt, innen hätte vor allem der Schimmel den Balken und dem Putz zugesetzt.
Zurzeit würden im ersten Abschnitt der Uhrenturm und der Marstallflügel restauriert. „Dort soll dann im Jahr 2019 übergangsweise das Amtsgericht Herzberg einziehen, das jetzt im Sieber- und Turmflügel residiert.“ Auch der Uhrenturm sei in einem völlig desolaten Zustand. Er sei im ersten Schritt stabilisiert worden. „Die Herzberger können froh sein, dass er bisher noch stehen geblieben ist.“

Holzfiguren aufwendig restauriert
Die vielen hölzernen Plastiken des Uhrenturms werden von Christoph Jarzebski und seinen drei Mitarbeitern restauriert. Der 54-Jährige aus Kattowitz hat seine Werkstatt im Untergeschoss des Museumsflügels IMG_4046.JPGeingerichtet. Zusammen mit Dawid Urbanek erläuterte er den SPD-Mitgliedern ihre Tätigkeiten. „Wir haben die meist stark verwitterten oder beschädigten Figuren gesichert und richten sie jetzt hier in der Werkstatt wieder her.“
Christoph Jarzebski zeigt einige Figuren, deren Holz auf der Rückseite völlig vermodert ist. Das Regenwasser, das zwischen Figur und Turmwand eindrang, hat im Laufe der Jahrhunderte extrem zerstörerisch gewirkt. Bestenfalls ist das Holz nur völlig vom Holzwurm zerlöchert. Einen Großteil der Figuren kann, mit einer neuen Rückseite versehen und mit kleinen Schönheitsreparaturen auf der Vorderseite, gerettet werden. Manche Figuren müssen allerdings völlig neu erstellt werden. Dafür fertigt Christoph Jarzebski mit seinem Team einen Gipsabdruck an, mittels dessen dann die Figuren neu geschnitzt werden. Das kann pro Figur einige Wochen dauern, da der ursprüngliche Gesichtsausdruck exakt getroffen werden muss.

Erst in fünf Jahren fertig?
„Später werden die restaurierten Figuren in Zusammenarbeit mit den Zimmerern wieder am Turm angebracht, aber erst, nachdem auch die Balken am Turm erneuert worden sind.“ Das werde noch einige Zeit dauern, so Jarzebski. Vorerst sei das Ende der Arbeiten allerdings für Ende 2018 geplant, doch die vollständige Sanierung der Schlossanlage werde eher vier oder fünf Jahre dauern.
IMG_4038.JPG Ob dafür die vom Land in Aussicht gestellten 20 Millionen Euro reichen, ist noch völlig unklar, denn man wisse nicht, was an bisher unbekannten Schäden noch zutage treten werde, hatte Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider bereits bei seinem Besuch des Herzberger Schlosses im Sommer dieses Jahres betont. Es sei jedenfalls nicht vertretbar, dass ein solches beispielloses Baudenkmal weiter dem Verfall preisgegeben werde, so Peter-Jürgen Schneider weiter.
Die SPD-Mitglieder freuten sich beim abschließenden Kniesteressen im Schloss-Café, dass der Verfall des Schlosses jetzt aufgehalten wird. Schließlich sei das Welfenschloss eines der historisch bedeutendsten Bauten in Niedersachsen und gelte zudem als Wiege des hannoverschen Königshauses.

Text und Bilder: Peter Bischoff  zurück

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