SPD Herzberg

Infoveranstaltung über die Biotonne

Ortsverein


Elena Voss zeigt ein Startpaket, Foto: SPD Herzberg

Die grüne Biotonne kommt im April 2019

Susanne Maruhn-Vladi und Elena Voss vom Landkreis Göttingen informierten über die Biotonne 

Herzberg. 87 Kilogramm organische Abfälle landen pro Einwohner im Altkreis Osterode in jedem Jahr in der grauen Abfalltonne, darunter allein neun Kilogramm verpackte Lebensmittel. Eine Restabfall-Analyse des damaligen Landkreises Osterode im Jahr 2013 habe ergeben, so Susanne Maruhn-Vladi, dass im Restabfall immer noch 50 Prozent organische Abfälle enthalten seien. 

Der SPD Ortsverein Herzberg hatte am Montag, 12. November, zu einer Informationsveranstaltung über die Biotonne bzw. Komposttonne eingeladen. Diese wird ‪ab dem 1. April 2019 im Altkreis Osterode eingeführt. Warum gibt es künftig die Biotonne überhaupt? Was kostet die Biotonne? Wer kann eine Befreiung beantragen? Zu diesen und anderen Fragen nahmen im Herzberger Hotel Englischer Hof die Mitarbeiterinnen der Abfallberatung des Landkreises Göttingen, Susanne Maruhn-Vladi und Elena Voss, ausführlich Stellung. 

Warum wird die Biotonne eingeführt? „Seit Januar 2015 sind alle Kommunen laut Paragraf 11 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes verpflichtet, Bioabfälle getrennt zu erfassen und zu verwerten“, so Susanne Maruhn-Vladi. Mehr als 90 Prozent aller deutschen Kommunen hätten bereits eine Biotonne installiert. Die Umsetzung des Gesetzes obliege jedoch den Kommunen selber. „Deshalb hat der ehemalige Kreistag Osterode entschieden, die Details der Umsetzung dieses Gesetzes dem neugebildeten Kreistag Göttingen zu überlassen.“ 

Erste Leerung im April 2019

Dieser wiederum habe im September 2017 - auch aus Gründen der Harmonisierung - beschlossen, im Altkreis Osterode eine Biotonne einzuführen. Ausgeliefert würden die neuen Komposttonnen im März 2019. Mit der Tonne erhielten alle Haushalte ein Startpaket. Dieses umfasse einen Vorsortierbehälter für Bioabfälle, ein Infoschreiben, eine umfangreiche Infobroschüre und eine Anleitung für das richtige Trennen des Bioabfalls. 

Die erste Leerung der Komposttonnen wird im April 2019 erfolgen. Anschließend wird die Komposttonne 14-täglich im Wechsel mit dem Restabfallbehälter geleert, also in der einen Woche der Restmüll und in der folgenden der Bioabfall. Die Abholung von gelben Säcken und Altglas erfolgt wie bisher zusammen mit der Leerung der Restmülltonne. 

Was gehört in die grüne Tonne?

Aus der Küche können Gemüse- und Obstreste, Essensreste, Kaffee- und Teesatz, Kaffeefilter, Teebeutel, Brotreste und Eierschalen in die Biotonne entsorgt werden. Aus dem Garten dürfen Baum- und Strauchschnitt (holzig), Blumen- und Pflanzenreste, Laub, Rasenschnitt, Fallobst, Wildkraut in die Biotonne. Und aus dem Haushalt Haare, Federn, Sägespäne (unbehandelt), Schnittblumen und Topfpflanzen - ohne Topf! Nicht in die Biotonne gehören rohe Fleisch-, Fischreste und Knochen.

Sollten in der Biotonne nicht kompostierbare Teile landen, werden die Mitarbeiter des Abfallentsorgers ein Verwarnschild - eine Art „Gelbe Karte“ - an die Tonne hängen. Auf dem Schild ist passenderweise der Sesamstraßen Oscar aus der Mülltonne abgebildet, dem die Worte „Mir schmeckt nur Bioabfall“ in den Mund gelegt wurden. 
Dass eventuell in der Tonne nicht hineingehörige Dinge sind, wird mit Hilfe eines Detektors im Inneren des Abfalltransporters festgestellt. Ist die Tonne mehrfach falsch befüllt, erfolgt keine Leerung mehr. 

Pflicht zur Nutzung 

„Grundsätzlich besteht für alle Haushalte die Pflicht“, so Susanne Maruhn-Vladi, „die Komposttonne zu nutzen. Der Landkreis Göttingen sei aber seinerseits verpflichtet, den Bürgern einen Vorschlag über die Größe der Biotonne zu machen.
Denn wenn Bioabfälle im eigenen Garten kompostiert werden, kann eine kleinere Behältergröße gewählt werden. Und in Ausnahmefällen – bei vollständiger Eigenkompostierung – ist eine Befreiung vom Benutzungszwang möglich.“ 

Deshalb seien die Eigentümer von Grundstücken bis Ende Oktober angeschrieben worden, griff Elena Voss den Faden auf, um den konkreten Bedarf an Behältern zu ermitteln und um Auskünfte über die Kompostier- und Düngemöglichkeiten der Eigentümer zu bekommen. 

Befreiung ist möglich 

Ein Befreiungsantrag auf vollständige Eigenkompostierung (keine Komposttonne) könne gestellt werden, wenn es ausreichenden und geeigneten Platz für die Eigenkompostierung gebe, wenn alle Bewohner des Grundstücks Zugang zum Kompost hätten und wenn die Ausbringfläche für Kompost ausreichend sei.

Es werde die Plausibilität der Angaben überprüft, so die Mitarbeiterinnen des Landkreises. Das heißt, ob ausreichende unbebaute und unbefestigte Grundstücksflächen sowie ausreichende Flächen zum Ausbringen des Kompostes vorhanden seien. In Einzelfällen finde eine Überprüfung vor Ort statt.

Kosten werden steigen 

Natürlich kostet das alles künftig auch mehr Geld. Der Landkreis sei gezwungen, aufgrund neuer, europaweiter Ausschreibungen, die Gebühren für die Restmülltonne von 1,60 Euro/Liter auf 1,93 Euro/Liter zu erhöhen, so Susanne Maruhn-Vladi. Allein die Transportkosten hätten sich um 45 Prozent erhöht und man erreiche nun, nach einigen Jahren der Gebührenverringerung, wieder den Stand der Gebühren der Jahre 2012/13. 
Dazu addierten sich die Gebühren für die Biotonne in Höhe von 1,15 Euro/Liter. So koste beispielsweise eine 60-Liter-Biotonne 69 Euro pro Jahr. Dabei gelte, dass wie bei der Restabfalltonne eine Menge von je 7,5 Liter pro Person und Woche zu Grunde gelegt werde. 

Grünabfuhr auch künftig 

Auch wenn bisher von vielen etwas anderes geargwöhnt werde, bleibe die viel genutzte und kostenfreie Grünabfuhr an den bekannten Sammelstellen für 2019 erhalten. 
Erst im Jahr 2020 seien kleine Änderungen geplant. Dann wird zwar im April und Mai sowie Oktober und November weiterhin 14-tägig abgefahren, aber in den Sommermonaten Juni bis September nur noch alle vier Wochen.

 
 

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